Mission 188 - Ein Bomberangriff im Tiergartenviertel

Deckblatt des Mission Report 188.
Deckblatt des Mission Report 188.

Alliierte Antwort auf deutschen Terror: Einsatzbericht "Mission 188" der 401 Bomb Group aus Deenethorpe (England) vom 31. Dezember 1944. Einer der zahllosen Bomberangriffe, den Feind in die Knie zu zwingen. Nüchternes Verwaltungsdokument industrieller Zerstörung. Akribisch werden die beteiligten Flugzeuge, Mannschaften mit Namen, Dienstgrad, Abflugordnung, Höhenformationen, Anflugplan, Zustandsbericht der Flugzeuge, Wetterlage und Einsatzbewertung aufgeführt. (Download siehe weiter unten)

 

Optische Zielkarte des Einsatzes. Grenzstrasse 41/43 liegt unweit des Primärzielpunktes (MPI = Mission Point Indikator).
Optische Zielkarte des Einsatzes. Grenzstrasse 41/43 liegt unweit des Primärzielpunktes (MPI = Mission Point Indikator).
An- und Rückflugkarte der beiden Bomberverbände, die sich über England im Zickzack nähern und wieder zurückfliegen.
An- und Rückflugkarte der beiden Bomberverbände, die sich über England im Zickzack nähern und wieder zurückfliegen.

Der richtfunkgesteuerte Zielanflug (siehe Link unten Gee-H-System) der 39 Maschinen, gestaffelt in 3 versetzen Höhengruppen á 13 Maschinen zwischen 26.000 Fuß und 25.000 Fuß (etwa 8.500 m Höhe) mit fast 300km/h Fluggeschwindigkeit bei 60-80% durch Wolken verdeckter Sicht auf das Ziel und starkem Seitenwind liest sich wie ein routinierter Spaziergang.

Ohne jegliche Vorkommnisse außer (Seite 36) dem defekten Bombenschacht-Motor in einer der "ships" (Bomber), weshalb die Schachttüre von der crew von Hand ("were cranked open ...") aufgekurbelt und zum Rückflug über Antwerpen ebenso wieder geschlossen werden musste. Bei einer anderen Maschine fielen die Bomben in einem Pulk ("salvoed over target ...") aus dem Schacht (der Abwurf-Abstandsregler war defekt).

 

Der Anflug (Bomb-Run) auf die Bahngleisanlagen in Oppum (Zielpunkt) setze von nordwest an. Also in etwa von Hüls, Bismarckstraße und Sprödentalplatz / Grenzstrasse. Wegen der starken Wolkenbedeckung und des hohen Seitenwindes im Zielgebiet wurde die Treffergenauigkeit des nahezu-Blindabwurfes bei Tageslicht mit "fair" (also "einigermaßen") bewertet. Es wird also einige Bombenlast vor und neben den damals großen Verschubbahnhof Oppum und seine weitere Umgebung gefallen sein...

 

Beim britischen Gee-H-System nahm die Zielführung und folglich die Abwurfpräzision mit zunehmender Entfernung von den anpeilenden Richtfunksendern in England zum Ziel ab. Für Krefeld betrug die Zielungenauigkeit bei optimalen Systembedingungen etwa 1.000m um das Primärziel aus 8 Kilometer Höhe.

In diesem Bereich lag das Haus Grenzstr. 41/43. 

Missionreport 188 des 401 Bomb Group aus Deenethorpe (England)
Hier die 39-seitige Dokumentation eines standardisierten Bomberangriffs auf den Oppumer Verschubbahnhof und den Hauptbahnhof Krefeld am 31. Dezember 1944, 11.29h GMT.
188.pdf
Adobe Acrobat Dokument 6.2 MB

 

Die Website der 401 Bomb Group: http://www.401bg.org/Main/

Zahlreiche weiteren Einsatzprotokolle hier: http://401bg.org/Main/History/Missions/

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